|
Auf den Serpentinitstandorten Nordostbayerns finden wir drei endemische Pflanzengesellschaften: 1. Serpentin-Strichfarn-Gesellschaft 2. Serpentin-Grasnelken-Gesellschaft 3. Serpentin-Heidewälder
Alle drei Gesellschaften sind an das Serpentinit-Gestein gebunden. Serpentinit ist ein sehr altes umgewandeltes Eruptivgestein (Hauptbestandteil ist Serpentin, ein Magnesium-Eisen-Silikat). Durch seine Verwitterung werden Schwermetalle pflanzenverfügbar. Es können auf Serpentinböden deshalb nur den Bodenbedingungen angepasste Pflanzen wachsen (Schwermetalltoleranz). Insbesondere bei Bäumen kommt es deshalb zu Krüppelformen aufgrund gehemmter Stickstoffaufnahme.
Die Serpentinvorkommen Nordostbayerns sind hauptsächlich am südöstlichen Rand der Münchberger Hochfläche auf einer Linie Zell - Wurlitz zu finden. Der floristisch interessanteste Aufschluss ist das Naturschutzgebiet “Wojaleite” bei Wurlitz.
1. Serpentin-Strichfarn-Gesellschaft (Asplenietum serpentinii Gauckl. 54)
Die Serpentin-Strichfarn-Gesellschaft ist zu den Felsspalten-Gesellschaften aus der Klasse der Asplenietea trichomanis zu zählen Kennzeichnende Arten sind: Asplenium cuneifolium (Serpentin-Streifenfarn) Asplenium adulterinum (Braungrüner Streifenfarn) Asplenium septentrionale (Nördlicher Streifnfarn) Saxifraga rosacea (Rasen-Steinbrech) Festuca pallens (Bleicher Schwingel) Dianthus grationapolitanus (Pfingst-Nelke)
2. Serpentin-Grasnelken-Gesellschaft (Armeria maritima ssp. serpentini-Ausbildung des Diantho-Festucetum)
Die Serpentin-Grasnelken-Gesellschaft zählt zu den Trockenrasen. Kennzeichnende Art ist: Armeria maritima ssp. serpentini (Serpentin-Grasnelke) Weitere Arten: Dianthus grationapoitanus (Pfingst-Nelke) Festuca pallens (Bleicher Schwingel) Thesium alpinum (Alpen-Leinblatt) weitere Arten der Serpentin-Strichfarn-Gesellschaft aufgrund der engen Verzahnung
Die Abgrenzung zwischen der Serpentin-Strichfarn-Gesellschaft und der Serpentin-Grasnelken-Gesellschaft wird in der Literatur oft nicht ganz eindeutig vollzogen. Beide Gesellschaften werden auch als Serpentinfelsheide zusammengefasst.
3. Serpentin-Heidewald oder Serpentinfelsföhrenwald
Der Serpentin-Heidewald ist sehr licht. Die Kiefer ist nicht voll entwickelt und zeigt Krüppelformen. Baumschicht: Pinus sylvestris (Wald-Kiefer) Strauchschicht: Polygala chamaebuxus (Zwergbuchs) Calluna vulgaris (Heidekraut) Krautschicht: Festuca pallens (Bleicher Schwingel) Dianthus grationapoitanus (Pfingst-Nelke) Armeria maritima ssp. serpentini (Serpentin-Grasnelke) u. a.
Lit.: Gauckler, K. (1954): Serpentin-Vegetation in N-Bayern, Ber. Bayr. Bot. Ges. Band 30: S. 19-26 Vogel, J. C. (1990): Kartierung der Serpentinstandorte im Regierungsbezirk Oberfranken. - Bayreuth Regierung von Oberfranken: Peterleinstein Regierung von Oberfranken: Wojaleite und Haidleite
|